Mundgeruch macht einsam

 

So bleibt der Atem frisch

 

Mundgeruch macht einsam. Mit sorgfältiger Mundhygiene werden Sie ihn schnell los

Unangenehm: Wenn der Atem riecht

Atem - 2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

Wenn der Atem riecht – 2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

Ein netter Mensch, der neue Arbeitskollege. Immer gut gelaunt, hilfsbereit, kompetent. Schade nur, dass sein Atem so schlecht riecht. Keiner traut sich, es ihm zu sagen, denn man will ja nicht unhöflich sein.

Mundgeruch ist schließlich ein heikles Thema.

 

Und er selbst ahnt offensichtlich nichts von seinem Manko. Eine Situation, die gar nicht so selten vorkommt.

Etwa ein Fünftel der Erwachsenen in Deutschland leidet gelegentlich unter Mundgeruch, bis zu zehn Prozent haben ständig Probleme damit. Dabei lässt er sich in der Regel mit einfachen Mitteln beseitigen.

 

Woher kommt Mundgeruch?

 

Zu fast 90 Prozent entsteht der schlechte Atem direkt in der Mundhöhle. Verantwortlich sind Bakterien, die sich von Speiseresten und Speichel ernähren und dabei übel riechende Schwefelverbindungen produzieren. Die Keime sitzen vor allem auf dem hinteren Zungenrücken, aber auch zwischen den Zähnen und in Zahnfleischtaschen. Begünstigend wirken verminderter Speichelfluss, Schnarchen, Mundatmung, Stress, Rauchen und einige Medikamente. Seltenere Ursachen sind Mandel- und Nasennebenhöhlenentzündungen oder eine Übersäuerung des Blutes bei Diabetes (Geruch nach faulem Obst). Nur in einem Prozent der Fälle steckt eine Magen-Darm-Erkrankung dahinter.

Zungenschaber

Spezielle Zungenreiniger aus der Apotheke entfernen Beläge!

Wie hilft der Arzt?

 

Wer schlechten Atem bei sich wahrnimmt oder vermutet, sollte sich an den Zahnarzt wenden. Er stellt fest, ob überhaupt Mundgeruch besteht und ob dieser seinen Ursprung tatsächlich im Mund hat. Wenn nötig, behandelt er Zahnfleischerkrankungen, Karies und reinigt die Zähne. Schwefelverbindungen im Atem erkennt der Zahnarzt nicht nur am Geruch. Er kann sie mit einem kleinen Gerät messen, das durch eine Pumpe über einen dünnen Schlauch Luft aus dem Mundraum ansaugt. Das Gerät ermöglicht ihm auch zu überprüfen, ob regelmäßige Zahn- und Mundpflege den Mundgeruch bessert oder ob die Ursache des Geruchs doch außerhalb des Mundes liegt.

 

Was kann ich selbst tun?

 

Reinigen Sie zusätzlich zum gründlichen Zähneputzen die Zahnzwischenräume mit Zahnseide. Wie das geht, zeigt man Ihnen beim Zahnarzt oder in der Apotheke. Noch wichtiger ist die tägliche Entfernung des Zungenbelags. Dazu gibt es spezielle Schaber und Bürstchen. „Gut eignet sich auch ein einfacher Esslöffel mit schmalen, ungerundeten Kanten“, sagt Dr. Florian Eichelsbacher  von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität Würzburg.

„Strecken Sie die Zunge weit heraus, halten Sie sie mit einem Waschlappen fest, und streichen Sie mit dem umgedrehten Löffel mehrmals vom hinteren Zungenrücken nach vorne.“ Kurzfristig helfen antibakterielle Mundspüllösungen mit Zinnfluorid oder Chlorhexidin.

Die Zungenreinigung lässt sich jedoch durch nichts ersetzen. Das sollte auch der nette Kollege wissen.

 

 

2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic