Opening Prayer – Hope for Tomorrow – 24. May 2017,de – en

Opening Prayer – Hope for Tomorrow – 24. May 2017,de – en

2017 Photo / Image © Pastor Peter Stanic

ERÖFFNUNGSVERS    Ps 18 (17), 50; 22 (21) 23
Ich will dir danken, Herr, vor den Völkern;
deinen Namen will ich meinen Brüdern verkünden. Halleluja.

TAGESGEBET
Herr, unser Gott
sieh auf deine Gemeinde,
die in dieser österlichen Zeit
der Auferstehung deines Sohnes gedenkt.
Gib, dass wir mit allen Heiligen
die ewige Freude erlangen,
wenn er in Herrlichkeit wiederkommt,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen

OPENING VERS       Ps 18 (17), 50; 22 (21) 23
I will thank thee, O Lord, before the peoples;
I will preach your name to my brethren. Hallelujah.

OPENING PRAYER
Lord our God
Look at your church,
In this Easter time
The resurrection of your Son.
Give that we with all saints
The eternal joy,
When he reappears in glory,
In the unity of the Holy Spirit
With you lives and reigns in all eternity. Amen

 

 

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

 




Die Vergessenen: Kinderarmut in NRW

Die Vergessenen: Kinderarmut in NRW

23.05.2017

Die Wahlen in Nordrhein-Westfalen brachten reichlich Zulauf für CDU und FDP, die SPD rutschte in einem ihrer Stammländer weit ab, die Linke schaffte die 5 % Hürde nicht, und die Rechtspopulisten der AfD bleiben mit etwas mehr als 7 % weit unter den Erwartungen.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Kinderarmut ist eine „Gefahr für Leib und Leben“

Kinder haben keine Stimme
Ob Rot-Grün oder Schwarz-Gelb, eine Gruppe ist ebenso sozial ausgegrenzt wie machtlos: Arme Kinder können sich nicht an Wahlen beteiligen – ihr Leiden bleibt stumm.

NRW bei Kinderarmut vorn
Nordrhein-Westfalen ist insgesamt nicht arm – verglichen zum Beispiel mit Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg. Mit mehr als 500.000 Kindern, die 2015 auf staatliche Mittel angewiesen waren, steht es unter den Bundesländern aber in Sachen Kinderarmut ganz weit vorn. Hannelore Kraft hatte vor fünf Jahren den Slogan ausgegeben: „Kein Kind zurücklassen.“ Dr. Frank Johannes Hensel von der Caritas Köln spricht ihr einen guten Willen nicht ab, sieht aber kaum tragfähige Konzepte der rot-grünen Regierung.

Viele Projekte, wenig Erfolg
So hätte die alte Regierung zwar in 18 Kommunen Koordinatoren eingestellt, um Gesundheit, Bildung und Kinder-Jugend-Hilfe zu vernetzen. Doch das Modell sei über die Projektphase nicht hinaus gegangen. Die großen Zahlen hätten sich nicht verbessert. Die neue Landesregierung könne sich daran messen lassen.

Projekte arbeiten zu langsam
Hensel sieht die Arbeit der alten Regierung kritisch, weil das Tempo der „Kinderpolitik“ zu langsam gewesen sei. Immerhin sei jedes abgehängte Kind ein tragisches Schicksal. Was besser gemacht werden könnte, sei ein Versäumnis, wenn es nicht getan würde.

Armut ist lebensgefährlich
Kinderarmut sei, laut Hensel, eine „Gefahr für Leib und Leben“. Arme seien häufiger krank, würden früher sterben und würden häufiger auffällig. Menschlich sei es tragisch und volkswirtschaftlich Unsinn, so viele Kinder abgehängt zu lassen.

Erwerbslosigkeit, Alleinerziehung und geringe Qualifikation
Hauptursachen der Kinderarmut seien laut Hensel Erwerbslosigkeit, Alleinerziehung und geringe Qualifikation. Würden diese drei Ursachen nicht angegangen und zugleich ein Niedriglohnsektor grassieren, bleibe die Armut ein Problem. Hensel sagt: „Kinder sollten unabhängig von der Herkunft ihrer Eltern den sozialen Aufstieg durch Bildung schaffen können – dies ist eine Aussage der neuen Regierung.“

Bildung als Ausweg
Bildung ist für ihn ein Schlüssel, um aus der Armut heraus zu kommen: „Man kann nur sagen: „Tut es in Bildung! Lasst euch in Bildung messen – an der Schulabbrecherquote, an der Klassengröße, an denen, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen oder an der schrecklichen Aussage, dass 80 Prozent der Analphabeten in Deutschland einen Schulabschluss haben.“

Kampf gegen Kinderarmut ist messbar
Schwarz-Gelb würde die Forderungen der Caritas zwar bejahen, die Frage sei aber, ob die Prioritäten auch wirklich so gesetzt würden, dass Kinderarmut nachhaltig bekämpft wird. Er meint aber, dass es sehr, sehr viel zu gewinnen gäbe. Eine durchschlagende Politik lasse sich nämlich statistisch nachweisen und messen. (Dr. Utz Anhalt)

 

 

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: Die Vergessenen: Kinderarmut in NRW

 




Immer mehr Hartz-IV-Darlehen

Immer mehr Hartz-IV-Darlehen

21.05.2017

Weil die Hartz IV Leistungen nicht ausreichen, müssen immer mehr Betroffene einen Kredit aufnehmen. Das zeige, wie unzureichend die Regelleistungen sind, kritisieren die LINKEN.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Viele Hartz IV Bezieher müssen zusätzlich zu den Regelleistungen ein Darlehen beantragen, um dringend notwendige Anschaffungen wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Kleidung anschaffen zu können. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wurden allein im letzten Monat 15.289 Hartz-IV-Beziehern einen Kredit für sogenannten „unabweisbaren Bedarf zur Sicherung des Lebensunterhalts“ gewährt. Im Jahre 2007 waren es im Schnitt noch durchschnittlich 11.500 Personen je Monat, die ein solches Darlehen gewährt bekamen. Zur Abzahlung wird ein vorgegebener Betrag vom Regelsatz abgezogen.

Die BA hatte die Zahlen aufgrund einer kleinen Anfrage der Arbeitsmarktexpertin der Partei „Die Linke“, Sabine Zimmermann, herausgegeben. Für die Politikerin stellte demnach fest: „Die Hartz IV Leistungen sind zu niedrig angesetzt. Das beweise die hohe Zahl der Darlehen. „Es geht nicht um die Anschaffung von Luxusgütern, sondern um wichtige Dinge des Überlebens.“ Weil zur Abzahlung des gewährten Darlehens ein monatlicher Betrag abgezogen wird, werde „die Belastung der Betroffenen zusätzlich erhöht“:

Der zinslose Jobcenterkredit ist eine sogenannte „Kannleistung“ und wird nur für absolut notwendige Anschaffungen gewährt, die die Leistungsberechtigten nicht aus eigener Tasche bezahlen können. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lag der durchschnittliche Darlehensbetrag 2016 bei 434 Euro.

Die Linkenpolitikerin forderte daher, dass die Leistungen so gestaltet werden, dass auch Ausgaben für unabdingbare Anschaffungen möglich seien, ohne sich verschulden zu müssen. Dies ist auch eine Frage der Würde und des Anstands“, betonte sie. (wa)

 

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: Immer mehr Hartz-IV-Darlehen




Hartz-IV: Abzahlen Mietkaution unzumutbar

Hartz-IV: Abzahlen Mietkaution unzumutbar

Unzumutbares Abstottern des Hartz-IV-Mietkautionsdarlehens: LSG Hamburg: Jobcenter muss atypische Ausnahmen prüfen
19.05.2017

Jobcenter dürfen von notleidenden Hartz-IV-Beziehern nicht pauschal verlangen, dass sie ein erhaltenes Mietkautionsdarlehen jahrelang von ihrem Arbeitslosengeld II abstottern. In atypischen Ausnahmefällen muss die Behörde auch andere Alternativen der Mietkautionsgewährung in Betracht ziehen, entschied das Landessozialgericht (LSG) Hamburg in einem am Donnerstag, 18. Mai 2017, veröffentlichten Urteil (Az.: L 4 AS 135/15).

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Im konkreten Fall ging es um eine Hartz-IV-Bezieherin, die viele Jahre wohnsitzlos und an einem Abhängigkeitsleiden erkrankt war. Zeitweise stand die Frau unter Betreuung.

Als sie schließlich doch ein Dach über dem Kopf fand, musste sie 1.200 Euro für die Mietkaution aufbringen.

Das Jobcenter gewährte ihr hierfür ein Darlehen, welches sie monatlich mit zehn Prozent ihrer Regelleistung abstottern sollte. Erst nach 30 Monaten wäre dann die Darlehensschuld getilgt gewesen.

Die Frau sah sich damit in unzumutbarer Weise belastet. Das Jobcenter habe gar nicht sein Ermessen ausgeübt, ob ihr die Mietkaution nicht in anderer Weise gewährt werden könne – beispielsweise als Zuschuss. Ihre individuelle Lebenssituation sei nicht berücksichtigt worden. Die Behörde habe einfach nach Schema F gehandelt. Sie habe wegen ihrer psychischen und körperlichen Beschwerden auch keine Chance, einen Job zu finden. Müsse sie die Mietkaution über viele Monate abstottern, führe dies zu einer nicht mehr hinnehmbaren dauerhaften Bedarfsunterdeckung.

Das LSG gab der Frau in seinem Urteil vom 23. Februar 2017 weitgehend recht. Zwar sei es durchaus zumutbar, dass Hartz-IV-Bezieher mit Schulden in Form eines Mietkautionsdarlehens belastet werden. Allerdings müsse das Jobcenter in atypischen Ausnahmefällen sein „Ermessen“ ausüben und besondere Notlagen berücksichtigen. Dies sei hier unterlassen worden.

Hier war die Lebenssituation der über lange Zeit obdachlosen Frau „in körperlicher, seelischer und sozialer Hinsicht von besonderen Schwierigkeiten geprägt“, so das LSG. Es habe erheblicher Unterstützungsbedarf bestanden, der zeitweise sogar bis zur Einrichtung einer Betreuung ging. Bei dieser prekären Lebenssituation treffe es die Frau besonders hart, wenn sie 30 Monate lang das Darlehen in Höhe von zehn Prozent des Regelbedarfs abstottern muss.

So gebe es für das Jobcenter bei seiner zu treffenden Ermessensentscheidung nicht nur die Alternative Zuschuss oder Darlehen mit monatlicher Tilgung, betonte das LSG und zeigte auch bereits eine Kompromissmöglichkeit auf: Ein Darlehen könne auch zunächst ohne Tilgung gewährt und im Fall der Mietkaution dann erst beim Auszug fällig werden. Dies sei aber gar nicht geprüft worden, rügten die Hamburger Richter.

Wegen ihrer gesundheitlichen Situation bezieht die Frau inzwischen nicht mehr Hartz IV, sondern Sozialhilfe. Ob das Sozialamt ein Darlehen für die Mietkaution fortführen müsste, war nicht zu entscheiden. fle/mwo

 

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: Hartz-IV: Abzahlen Mietkaution unzumutbar




Opening Prayer – Hope for Tomorrow – 14. May 2017,de – en

Opening Prayer – Hope for Tomorrow – 14. May 2017,de – en

2017 Photo / Image © Pastor Peter Stanic

 

ERÖFFNUNGSVERS        Ps 98 (97), 1-2
Singt dem Herrn ein neues Lied,
denn er hat wunderbare Taten vollbracht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Halleluja.

Ehre sei Gott

TAGESGEBET
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen

 

 

OPENING VERS       Ps  98 (97), 1-2
Sing a new song to the Lord,
For he has done marvelous deeds
And his righteous activity reveals before the eyes of the peoples.
Hallelujah.

Glory to God

OPENING PRAYER
God our Father,
You have redeemed us by your Son
And adopted as your beloved children.
See fullness to all who believe in Christ,
And give them true freedom
And the eternal heritage.
Therefore, we ask through Jesus Christ. Amen

 

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

 

 




Jobwunder hat nichts mit Hartz IV zu tun – #Pressemitteilung

Jobwunder hat nichts mit Hartz IV zu tun

Wirtschaftsforschung: Jobwunder hat nichts mit Hartz IV zu tun

11.05.2017

CDU / CSU und SPD sehen die Hartz-Gesetze als wesentlich für die gesunkene Arbeitslosigkeit. Karl Brenke, Referent für Konjunkturpolitik beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung rückt diese Propaganda jetzt gerade.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Hartz IV ist nicht das, wofür es verkauft wird
Er sagte dem ND: „Wenn man zurückblickt, findet man kaum Belege dafür, dass die Hartz-IV-Reformen erreicht haben, was ihnen heute zugeschrieben wird.“

Keine Kausalität
Menschen verwechseln oft Kausalität und zeitliche Übereinstimmung. So verfolgten unsere Vorfahren unschuldige Frauen als Hexen: Die Nachbarin ging in den Stall, und am Tag danach erkrankte die Kuh. Fälschlich machten sie die Frau dafür verantwortlich, dass die Kuh krank wurde.

Leitzins statt Hartz IV
Eine ähnliche Verwechslung sieht Brenke bei der Arbeitslosigkeit und Hartz IV. So habe Deutschland Anfang der 2000er in einer Krise gesteckt. Gründe dafür seien der hohe Leitzins der Europäischen Zentralbank und die Wirtschaftsflaute nach dem Dotcom-Desaster gewesen. Dann besserten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, und deshalb gab es wieder mehr Jobs.

Jobcenter schmücken sich mit fremden Federn
Nichtsdestotrotz feiern die Befürworter der Agenda 2010 das Milliardengrab Hartz IV, das nicht nur unendliche Gelder verschlingt, sondern auch Bürgern ihre Grundrechte nimmt als großen Erfolg. Dabei schmücken sie sich mit fremden Federn – dem „Jobwunder“, das mit der in Gesetze gegossenen Armut nichts zu tun hat. (Dr. Utz Anhalt)

 

 

 

 

Quelle: Jobwunder hat nichts mit Hartz IV zu tun

 

 




Arbeitsministerin Nahles gegen Grundeinkommen – #Pressemitteilung

Arbeitsministerin Nahles gegen Grundeinkommen

Bundesarbeitsministerin spricht sich gegen ein Grundeinkommen aus

12.05.2017

Ein bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet, dass jeder Bürger so viel Geld erhält, dass seine Existenz gesichert ist. Befürworter sehen dies als unabdingbar an, da durch die Digitalisierung sowieso keine Vollbeschäftigung mehr nötig oder möglich sei.

Hartz IV

Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein Milliardengewinn
Zugleich würde der Staat und damit der Steuerzahler Milliarden an Euro einsparen – in Deutschland fielen insbesondere die horrenden Kosten weg, die der Verwaltungsapparat der Hartz-IV-Behörden verschlingt. Finnland probiert das bedingungslose Grundeinkommen derzeit erfolgreich bei 2.000 Arbeitslosen aus.

Für Menschen, die abhängig von Hartz IV sind, bedeutet ein bedingungsloses Grundeinkommen ein Leben, das frei ist von dem Entzug ihres Privatlebens und den Drangsalierungen der Jobcenter. Statt jede noch so kleine Entscheidung im Alltag von den zuständigen Sachbearbeitern genehmigen zu lassen, könnten sie wieder selbst über ihr Leben entscheiden.

Nahles ist gegen die Freiheit, den Beruf zu wählen
Die Arbeitsministerin Andrea Nahles bezweifelt indessen, dass bei einem bedingungslosen Grundeinkommen niemand mehr schlechte und schlecht bezahlte Arbeit annimmt.

Sie sagte: „Anständige Löhne zu zahlen, weil man ein Grundeinkommen hat, das könnte genau den gegenteiligen Effekt haben und den Druck rausnehmen: Man hat ja ein Grundeinkommen, deshalb zahlt man nur noch, was man braucht fürs Leben drauf.“

Hartz-IV Betroffene vergessen
Eine Gruppe, für die das Grundeinkommen ganz anderen Druck „rausnehmen“ würde, vergisst Frau Nahles einmal wieder: Hartz-IV Empfänger. Ein Grundeinkommen dürfte für all jene Menschen ein Grund zur Freude sein, die unter dem Druck der Jobcenter stehen, jede Knechterei annehmen zu müssen und ansonsten bestraft zu werden.

Der permanente Druck durch die Jobcenter führt nachgewiesen zu psychischen Erkrankungen, schlechter Gesundheitsversorgung und Mangelernährung bei Sanktionen – bis hin zur Suizidgefahr.

Am Thema vorbei?
Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen tatsächlich dazu führt, sich nicht mehr in miserable Ausbeutung zu begeben, führt indessen am Thema Hartz IV vorbei, für das Arbeitsministerin Nahles erhebliche Verantwortung trägt. Zuletzt verkündete sie es als Wohltat, Hartz-IV Betroffenen, den Ärmsten der Armen, ganze 5 Euro mehr im Monat zuzugestehen.

Tatsächlich hätten es Arbeitgeber schwer, Menschen zu Hungerlöhnen in erbärmliche Jobs zu stecken, wenn deren Grundexistenz gesichert ist. Sie müssten vielmehr anständige Löhne für menschenwürdige Arbeit bieten – denn sie hätten keine Jobcenter mehr als Vollstrecker, die Menschen zu menschenunwürdiger Tätigkeit zwingen.

Nahles sagte wörtlich: „Es widerstrebt mir persönlich. Ich möchte unabhängig sein.“ Unabhängig sein wollen auch Hartz-IV Abhängige – nämlich unabhängig von der schwarzen Pädagogik der Mitarbeiter der Jobcenter, die mit erwachsenen Menschen umspringen wie autoritäre Erzieher mit kleinen Kindern, deren Lebensstil bestimmen wollen und willkürlich entscheiden, welche Jobs für die Betroffenen „zumutbar“ seien.

Arroganz der Wohlsituierten
Aus Nahles Worten spricht die Arroganz derjenigen, die auch unter den jetzigen Verhältnissen unabhängig sind und von ihrer Erwerbstätigkeit sehr gut leben können. Die Lebensrealität von Millionen Menschen in Deutschland sieht gänzlich anders aus – egal, ob sie Jobs haben oder nicht.

Für sie wäre es eine extreme Entlastung zusätzlich zum Grundeinkommen zum Mindestlohn zu arbeiten statt eine Vollzeitstelle mit Hartz-IV Mitteln aufstocken zu müssen und so trotz Arbeit den Zumutungen der Jobcenter ausgesetzt zu sein.

Konto für Erwerbstätige
Nahles schlägt statt dem Grundeinkommen ein persönliches Erwerbstätigenkonto vor, so solle jeder ab dem 18. Geburtstag ein steuerfreies Startguthaben von 15.000 oder 20.000 Euro bekommen. Mit diesem Geld könnten in der Erwerbszeit klar definierte Ziele angegangen werden: Qualifizierung. Unternehmensgründung, Sabbatical oder Pflegezeit.

Wohlgemerkt: Es handelt sich um ein Konto für die Erwerbszeit, also um Erwerbstätige. Die Vorstellung ist ihr offensichtlich ein Gräuel, dass jemand ohne Erwerbstätigkeit und ohne staatlichen Druck, irgend eine als Erwerbsarbeit deklarierte Beschäftigung auf sich zu nehmen, seine Grundexistenz gesichert hat.

Nahles fürchtet Kontrollverlust
Explizit spricht sie zwar von Unabhängigkeit, implizit verrät sie aber, dass sie sich genau vor dieser Unabhängigkeit fürchtet. Dass jemand so unabhängig sein könnte, selbst zu entscheiden, welche Arbeit er annimmt – das möchte die Arbeitsministerin verhindern.

Selbstbestimmung
Befürworter des Grundeinkommens plädieren gerade für die Selbstbestimmung, die eine solche Grundsicherung ermöglicht. Frei vom finanziellen Druck könnten die Betroffenen Projekte aufbauen, in denen sie nicht unmittelbar Geld verdienen.

Entfaltung ohne Druck
Darunter fällt erst einmal alles, was sich mit Kultur assoziieren lässt – vom Einrichten einer Stadtteilbibliothek über einen interkulturellen Sportverein bis zu einem gemeinsamen Kochen mit Menschen im Viertel.

Darunter fällt aber auch eine längere Auslandsreise, um Lebenserfahrung zu sammeln, die ehrenamtliche Tätigkeit in Menschenrechts- oder Naturschutzorganisationen, und darunter fallen auch sämtliche Formen von Weiterbildung.

Es handelt sich also um Freiräume, die sich vor der Einführung des verschulten Bachelorsystems, Studierende erfüllen konnten – so wie Frau Nahles, in der Zeit, in der sie studierte.

Hartz IV schließt die Tür zum Leben
Die Realität von jungen Menschen im Hartz-IV System sieht anders aus, und das gerade in der kreativen Phase zu Beginn der 20er, wenn sie ins Leben hinaus wollen. Statt frei vom finanziellen Druck die Welt erst einmal kennen zu lernen, werden sie in das Raster von funktionieren oder materiellem Leid gepresst.

Fetisch Arbeit
Das bedingungslose Grundeinkommen würde zudem Milliarden von Euro frei setzen, die dazu dienen, den Unterdrückungsapparat der Jobcenter in Gang zu halten. Aber der Fetisch Arbeit, egal wie, und auch mit Zwang, ist der Arbeitsministerin so sehr Lebensprinzip, dass selbst rein ökonomische Vernunft keine Bedeutung hat.

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen,“ sagte Müntefering seinerzeit. Die Abscheu von Andrea Nahles steht in dieser sozialdemokratischen Tradition. Eine humane Gesellschaft sieht anders aus. (Dr. Utz Anhalt)

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: Arbeitsministerin Nahles gegen Grundeinkommen




Leiden unter Hartz-IV: Betroffene berichten – #Pressemitteilung

Leiden unter Hartz-IV: Betroffene berichten

Hartz IV schafft Leiden

09.05.2017

Alexander und Bettina Hammer veröffentlichten ihre Einsichten in die psychosozialen Probleme von Hartz-IV Betroffenen, die sich per Mail austauschten. Es handelt sich dabei nicht um „objektive Aussagen“, sondern um subjektive Befindlichkeiten, die es aber plausibel erscheinen lassen, dass ALG II, so die Autoren, sich zersetzend auf Psyche und Beziehungen auswirkt.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

 

Von der Zuversicht zur Verachtung
Deutlich wurde zum Beispiel eine schrittweise Entwicklung der Betroffenen von Zuversicht, eine regelmäßige Erwerbstätigkeit zu finden dahin, andere Hartz-IV-Abhängige abzuwerten und sich selbst als „besser“ anzusehen.

So schrieb ein Thomas anfangs: „Ich hab zwar meine Arbeit verloren, aber Hartz IV werde ich jedenfalls nicht bekommen. Ich hab‘ eine Ausbildung, ich hab‘ gearbeitet, werd‘ schnell was finden. Lisa (seine Frau – Anmerkung der Autoren) meint ich kann jetzt etwas im Garten arbeiten. Eine willkommene Pause also. Du hast ja jetzt auch einen Garten, da weißt du: es gibt immer etwas zu tun. Und du weißt ja, dass ich kein Faulenzer bin, ein paar Bewerbungen und ich sitz wieder im Sattel 😉 Bin ja keiner, der nur zu Hause rumhängen will, hehe.“

Später fehlte die Leichtigkeit, und je mehr der Frust stieg, umso mehr wertete Thomas andere Bedürftige ab: „Wenn ich mir ansehe, wie viele gar nicht arbeiten wollen, wird mir schlecht! Ich wäre so froh, wieder eine Arbeit zu haben und die kriegen einfach alles hinterhergeworfen. Und kommen nicht einmal zu Terminen.“

Hetze gegen Schwächere
Schließlich richtete sich diese Verachtung insbesondere gegen Zuwanderer: „Ich reiße mir den Arsch auf um Arbeit zu finden, aber es ist ja kein Geld da für uns Handwerker. Und was soll ich machen? Schwarz arbeiten für ein paar Euro? Aber die Flüchtlinge, die kriegen alles, was sie wollen. Und dann auch noch meckern weil sie das Essen stört und und und.“

Die Autoren verfolgten eine ähnliche Entwicklung bei vielen Betroffenen. Zu Beginn schimpften sie allgemein gegen Politiker, dann richteten sich die Kommentare immer mehr gegen Migranten, die schuld daran seien, dass es keine Jobs gäbe.

So schrieb zum Beispiel ein Frank: „Na toll, vorher gab es wenigstens noch ein paar Jobs, aber jetzt holen sie ja jeden hier rein. Vielleicht sollte ich mich als Syrer verkleiden.“

Bei manchen führt der wachsende Frust dazu, dass sie nach Sündenböcken suchen und diese in Menschen findet, denen es noch schlechter geht wie den Zuwanderern oder sich mit anderen Betroffenen entsolidarisieren, diese also abwerten, um sich aufzuwerten.

Selbsthass
Andere sind anfangs noch voller Zuversicht und werden nach und nach depressiv, auch im klinischen Sinne des Begriffs. Sie fühlen sich wertlos; sie betrachten sich als Last für andere Menschen.

Statt ihren Hass zu Recht politisch gegen das Hartz-System oder zu Unrecht gegen andere Opfer zu richten, geben sie sich selbst die Schuld. Sie hassen sich selbst.

Ihre Hoffnung, jemals wieder eine ansprechende Erwerbsarbeit zu finden, sinkt. So schreibt ein Peter nach sechs Jahren ohne Anstellung: „Alt, dumm, ausrangiert, ich bin nur noch Ballast für alle. Ich verstehe jeden, der sich in einer solchen Situation von der nächsten Brücke stürzt. Keine Sorge, mache ich nicht, aber wofür bin ich denn noch gut? Sitze zuhause, mal was im Garten oder so, aber sonst … nix. Letztens musste ich schon die Kinder um Geld bitten weil es zu knapp war.“

Beziehungsprobleme
Den Autoren zufolge finden sich Sätze, die auf das gleiche hinaus laufen, häufig. Sie nahmen zu, wenn die Betroffen 3 Jahre und länger ohne Arbeit waren. Ein anderer Peter schrieb: „Mich will sowieso keiner mehr. Ich frage mich warum Susanne (Name geändert) noch bei mir bleibt. Was hat sie denn, nur einen alten Sack, der zuhause sitzt und zu dumm ist, Arbeit zu finden. Die anderen schaffen es ja auch, warum ich nicht? Ich hab auch einfach das Falsche gelernt, zu wenig getan. Weiterbildung? War ja egal für mich. Tja, das ist jetzt die Strafe – ich bin nur noch der arbeitslose Trottel zuhause.“

Solche Selbstbilder zeigen deutlich, dass Hartz-IV die engen Beziehungen belastet. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Situation objektiv gegeben ist, oder ob die Betroffenen sich nur subjektiv als Last für ihre Partnerin ansehen.

Den Autoren zufolge ist die Vorstellung, für den Partner, bzw. die Partnerin wertlos zu sein, vor allem bei Männern verbreitet, zu deren Selbstverständnis es gehört, die Familie zu ernähren. Ohne diese Leistung erbringen zu können, stellen sie ihren eigenen Wert in Frage.

In der Rolle des bedürftigen Kindes
Ein Torsten äußert dies explizit: „Mein Vater hat noch seine gesamte Familie ernährt und ich muss jetzt beim Jobcenter betteln damit die Kinder auf Klassenfahrt fahren können. Das ist erbärmlich.“

Andere sehen sich in der Rolle des bedürftigen Kindes. So sind dem 42jährigen Alexander Begegnungen mit den Eltern peinlich: „Ich kann meinem Vater gar nicht in die Augen sehen. Wenn meine Eltern uns besuchen kommen, lassen sie immer Geld da für uns. „Schon okay.“ sagt er (sein Vater – Anmerkung der Autoren) dann. Aber ich sehe doch, was er denkt. Er denkt ich bin ein Versager. Und er hat ja Recht.42 Jahre und arbeitslos, das wäre ihm nie passiert.“

Einspannen für unentgoltene Arbeit
Inwieweit sich Hartz-IV auf die Psyche auswirkt, hängt, den Texten der Betroffenen zufolge, auch massiv mit ihrem sozialen Umfeld zusammen. So schreibt der 47jährige Roman: „Ich lebe im Haus meiner Eltern, zusammen mit meinen Geschwistern. Ich habe einen Teil geerbt und das Amt sagt mir, da kann ich auch bleiben. Also leben wir halt vor uns hin. Weil ich keinen Job habe, bleibt nicht nur die Gartenarbeit an mir kleben, sondern alle nehmen auch an, dass ich sowieso immer da bin.“

Nichts besseres zu tun?
Da ein Hartz-IV-Abhängiger arbeitslos ist, hat er alle Arbeiten zu erledigen, die im Haus anstehen, so schildert es Roman: „Klar, ein Arbeitsloser hat ja nichts anderes zu tun als nur zuhause rumzuhocken. Wenn der Stromableser kommt, wird nicht vorher gefragt, ob ich Zeit habe, ich finde nur einen Zettel „morgen um 9 kommt der Stromableser“. Wenn es etwas zu erledigen gibt, heißt es „geh du mal morgen zur Bank / zum Markt / zur Gemeinde“. Dass ich vielleicht auch mal etwas vor habe ist völlig unwichtig. Wenn ich dann sage „also, ich habe aber was vor“, dann kommt nur „na ja, das bringt wohl kaum Geld. Also kannst du es verschieben.“ Höchstens die Jobcentertermine gelten da noch als „na ja, kann man nicht ändern“-Termine, alles andere ist halt völlig unwichtig.“

Eine Dauerschleife
Mit anderen Worten. Falls es so läuft, wie Roman es beschreibt, erwartet seine Familie dafür, dass er erwerbslos ist, dass er „zumindest“ die Tätigkeiten erledigt, die im Haushalt anliegen. Er hat also für seine Familie immer verfügbar zu sein.

Roman zeigt hier ein Problem, dass viele Betroffene aus ihrem sozialen Umfeld kennen, und das für Hartz-IV-Abhängige zu einer Dauerschleife werden kann, die es immer schwerer macht, aus dem Hartz-System heraus zu kommen.

Bei Roman sind es jetzt die kleinen Behördengänge in der Familie. Viele Betroffene machen ähnliche Erfahrungen im Freundeskreis: Brauchen die Bekannten jemand, der beim Umzug hilft, das Baby sittet, den Hund ausführt, oder beim Renovieren hilft – dann fällt die erste Wahl auf den Hartz-IV-Empfänger.

Verfügbar sein statt weiterbilden
Eine Dauerschleife ist dies deshalb, weil es sich bei solchen „Freundschaftsdiensten“ um Nebentätigkeiten handelt, mit denen sich die Betroffenen ein Zubrot verdienen könnten, zweitens aber, weil sie sich in dieser Zeit unabhängig vom Jobcenter weiterbilden könnten und somit bessere Möglichkeiten hätten, eine interessante Erwerbstätigkeit zu finden.

Nur gelten solche privaten Weiterbildungen Außenstehenden oftmals als „brotlose Kunst“. Vorausgesetzt, der Betroffene hat Zeit, könnte er zum Beispiel im Internet seine Interessen zu vertiefen, sei es zu lernen, Webseiten zu gestalten oder einen Gartenteich anzulegen. Da er damit aber erst einmal kein Geld verdient, gilt dem Umfeld, das, was er macht, als nichts – ein Teufelskreis.

Dieses Dilemma kennen auch viele Menschen in kreativen Berufen, Schriftsteller ebenso wie Musiker, Künstler ebenso wie Schauspieler. Um überhaupt erfolgreich werden zu können, müssen sie viel Zeit und viel Energie in ihre Arbeit investieren. Da sie damit aber erst einmal nichts verdienen und es per se keine Garantie gibt, mit dieser Arbeit jemals etwas verdienen zu können, stehen sie unter dem Druck derer, die eine „richtige Arbeit“ haben.

Gerhard kennt das Problem: „Seit ich den Job verloren habe, wird alles auf mich abgeschoben. Auch wenn ich etwas nicht kann, heißt es „kann man sich doch beibringen“. Aber ich bin halt mit der Bohrmaschine nicht besondern auf du und du. War früher kein Problem, hat halt mein Bruder gemacht. Aber jetzt sagt er „wieso machst du das nicht, du bist doch sowieso zuhause?“ Als ob ich plötzlich alles kann.“

Kein Recht, nein zu sagen
Überspitzt gesagt schildert Gerhard, wie Hartz-IV-Empfänger im privaten Umfeld als unentgoltene Arbeitskräfte eingespannt werden: „Umgekehrt bringt er (mein Bruder) auch oft Sachen vorbei, die dringend sind. „Brauch ich bis morgen“ sagt er. Manchmal braucht er es auch gleich. Ich bin ja immer da. Klar, ich bin auch meistens da, wie soll ich auch rausgehen? Aber trotzdem hab ich doch auch mal Lust zu schlafen oder will mal in Ruhe gelassen werden. Aber weil ich ja kein Geld mehr reinbringe, kann ich ja auch nichts sagen.“

Unausgesprochen verliert also der Hartz-IV-Empfänger, weil er kein Geld verdient, das Recht, nein zu sagen.

Den von Alexander und Bettina Hammer ausgewerteten Texten zufolge, spielt für viele Frauen, die von Hartz-IV leben, das Äußere eine erhebliche Rolle. Es ist ihnen wichtig, genau so viel für ihr Äußeres zu tun wie vorher, es fehlt ihnen aber an Geld dafür.

Schönheitsanspruch und finanzielle Not
So schreibt die 40jährige Petra: „Früher bin ich zweimal im Monat zum Friseur gegangen und einmal war Maniküre und Pediküre angesagt. Ich bin eigentlich ja brünett, aber blond fand ich mich hübscher. Volker auch. Er hat mir auch dauernd gesagt, wie hübsch ich bin und wie stolz er auf seine hübsche Frau ist. Ich habe ja mitverdient, da war das alles kein Problem. Aber jetzt haben wir nur noch ein Einkommen und Volker wird schon sauer, wenn ich nur zu einem Billigfriseur will.“

Zugleich mäkelt ihr Mann, dass sie nicht mehr „so gut“ aussieht wie zuvor: „Wofür willst du denn zum Friseur? Aber dann sagt er auch, dass ich mich so gehenlasse, dass ich doch in blond viel hübscher gewesen bin… Letzt habe ich ein Blondierungsmittel versucht, aber das sieht schrecklich aus. Aber mehr ist halt nicht drin. „Such dir halt was, dann haben wir auch wieder 70 Euro für den Friseur.“ meint er. Aber wo soll ich denn was finden?“

Soziale Ausgrenzung
Andere grenzen sich schleichend vom sozialen Leben raus und gelten bei ihren Freundinnen unterschwellig nicht mehr als gleich berechtigte Sozialpartnerinnen. So schreibt Sylvia: „Ich finde auch gar keinen Grund mehr, mich hübsch anzuziehen oder so. Warum auch? Ich sitze ja sowieso nur zuhause. Wir haben keine Kinder, keine Tiere, nichts. Ich sitze also zuhause, mach den Haushalt und das ist es dann auch. (…) Ich fühle mich einsam und völlig unnütz. Aber von meiner Freundin kommt da nichts, sie kann das nicht verstehen. Raff dich einfach auf, sagt sie. Und dass ich mich zu sehr gehen lasse, dass ich doch so hübsch wäre und früher so toll ausgesehen hätte und jetzt nicht mehr.“

Wertlosigkeit
Manche Betroffene fühlen sich als Belastung für andere. So schreibt Verena: „Mir ist es so peinlich, zu den Schulveranstaltungen zu gehen. Die Nachbarn wissen ja, dass ich keine Arbeit mehr habe, aber trotzdem. Da sitzen sie dann alle und erzählen darüber, wie schwer es ist mit den Kindern weil sie ja auch noch arbeiten müssen und ich sitze da und habe nichts anderes zu tun als mich um die Kinder zu kümmern und kriege nicht einmal das hin. Unsere Kleine hat gerade eine fünf eingefahren und sie sagt, dass sie ja auch zuhause unter der Situation leidet. Vielleicht wäre es besser, wenn ich einfach weggehe.“

Auch die 25jährige Sandra denkt, sie wäre eine Zumutung – für ihre Eltern: „Meine Eltern haben es sowieso schon schwer und dann lebe ich jetzt auch noch bei ihnen. 25 Jahre und ohne Job. Wenn beim Jobcenter was schiefgeht, dann kürzen die schon mal bis zum ganzen Hartz. Und klar denken meine Eltern, dass ich daran schuld bin. Ich denke immer wieder, dass es einfacher wäre, wenn ich nicht mehr bei ihnen wäre. Wer würde mich schon vermissen?“

Suizidgedanken
Einige der Hartz-IV-Abhängigen denken sogar an Selbstmord. So schrieb ein Paar in den 40ern: „Tut mir leid, dass ich dich nerve, aber wir wollten uns verabschieden. Das wird uns zuviel. Wir suchen jetzt seit sieben Jahren nach einem Job, aber außer Deppenarbeiten oder dem nächsten Mausschubslehrgang finden wir nichts. Klaus (Name geändert – Anmerkung der Autoren) hat jetzt schon Parkplätze bewacht und zuletzt die Toiletten geputzt, aber das wird jetzt von irgendwelchen Firmen übernommen, die günstiger sind. Ich habe hier einen Putzjob gesucht, aber die meisten arbeiten schwarz und hier, wo wir wohnen, gibt es einfach zu viele, die etwas suchen.“

Sinnlosigkeit
Sie sehen keinen Sinn mehr im Leben: „Vielleicht hätten wir Kinder haben sollen. Da hätten wir etwas, woran wir uns klammern können, aber so… wofür eigentlich? Mann, wir haben doch immer brav unsere Steuern bezahlt, wir sind zur Schule gegangen, haben was gelernt, wir haben noch nicht einmal Abmahnungen bekommen und trotzdem sind wir jetzt die Assis. Wenn wir rausgehen, gucken uns die Nachbarn schräg an als wollten sie sagen „Aha, auf Stütze aber was trinken gehen, na klar…“ Die denken bestimmt, dass wir uns auf ihre Kosten besaufen würden.“

Hartz-IV tötet
Die beiden erkennen dabei deutlich, dass sie sozial ausgegrenzt werden: „Wir sind eben die Assis, wir kosten nur Geld und bringen nichts ein. Wir sind keine Akademiker, für uns wird es auch nichts mehr geben. Roboter werden wohl unsere Jobs machen und wir werden irgendwo eingepfercht mit ein paar Euro leben. Aber das wollen wir nicht. Klaus hat gestern schon gesagt, dass es doch sowieso Schwachsinn ist, so weiterzuleben und dass wir da auch gleich von der nächsten Brücke springen können. Und er hat ja recht. Wir würden ja doch niemandem fehlen. Warum sollen wir also noch in dieser Welt leben, in der man uns sowieso nicht mehr braucht? Also machs gut und danke – wir zwei Überflüssigen gehen jedenfalls bald.“

Die psychischen Zustände der Betroffenen zeigen deutlich: Das Hartz-IV-System drückt sie in eine soziale Situation, in der sie traditionellen Rollenbildern nicht mehr gerecht werden können.

Männer fühlen sich wertlos, weil sie ihre Rolle als Familienversorger nicht mehr einnehmen können, Frauen, weil sie nicht mehr das Geld haben, sich um ihr Äußeres zu kümmern. Beides führt, ob real oder in der Wahrnehmung der Betroffenen sei dahin gestellt, zu sozialer Ausgrenzung und zu massivem psychischen Druck.

Bei manchen führt diese soziale Ausgrenzung sogar dazu, dass sie an Selbstmord denken. Suizide von Arbeitslosen belegen statistisch, dass es sich nicht um leere Fantasien handelt. (Dr. Utz Anhalt)

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: Leiden unter Hartz-IV: Betroffene berichten




Harte Hartz IV Hunger-Sanktionen schlagen zu

Harte Hartz IV Hunger-Sanktionen schlagen zu

Harte Sanktionen schlagen zu

27.04.2017

Laut Bundesagentur für Arbeit kürzten die 408 Jobcenter im vergangenen Jahr rund 940.000mal die als Existenzminimum deklarierten Hartz IV Leistungen. Das waren etwa 40.000 Sanktionen weniger als 2015. Ein Viertel der Strafen betraf 15- bis 24jährigen. In knapp jedem zwölften Fall hatten Betroffene ein „Angebot“ für eine Maßnahme oder einen Job ablehnt. Ein Jahr zuvor gab es etwa 5.000 solcher Einzelfälle mehr.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

 

Wegen „Abbruch einer Maßnahme“ oder „unwirtschaftlichen Verhaltens“ kürzten die Jobcenter circa genau so oft wie 2015. Die Betroffenen bekommen drei Monate lang 30 % weniger Bezüge. Drei Viertel der Sanktionen erfolgten wegen versäumter Termine. Dafür setzte es einen Abzug von 10 % der monatlichen Gelder.

Vollsanktionen nehmen zu
Im Gegensatz zu einem generell leichten Rückgang der Sanktionen nahmen die Vollsanktionen sogar zu. Die bedeuten einen totalen Entzug jeglicher Mittel. Haben die Betroffenen keine Freunde, Verwandten oder wohltätige Organisationen, die sie unterstützen, müssen sie hungern und frieren. Jeden Monat waren von diesem blanken Angriff auf die Existenz von Menschen 7.300 ausgesetzt, zur Hälfte junge Erwachsene unter 25 Jahren. Denen werden bereits beim ersten „Vergehen“ sämtliche Mittel gestrichen.

Minderjährige im sozialen Nichts
Werden sie in einem Jahr ein zweites Mal sanktioniert bekommen sie auch Miete und Krankensicherung nicht mehr erstattet. Das betraf auch 200 Minderjährige ab 15 Jahren pro Monat und 840 Volljährige unter 20 Jahren. 9000 Menschen unter 20 leben jeden Monat mit gekürzten Bezügen.

Insgesamt genau so viele Sanktionen
Die Jobcenter sanktionierten insgesamt 2016 genau so häufig wie 2015, nämlich 416.000 Menschen. Jeden Monat müssen 135.000 Betroffene mit gekürzten Leistungen über die Runden kommen – mehr als 2015.

Soziale Isolation
Die Sanktionen hätten erhebliche Folgen: Soziale Isolation, mangelhafte Ernährung oder Wohnungsverlust. Entgegen der jüngsten Schlagzeile sanktionieren die Jobcenter also nicht weniger, sondern insgesamt mehr und härter als 2016. (Dr. Utz Anhalt)

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: Harte Hartz IV Hunger-Sanktionen schlagen zu




Neue Pfändungstabelle für 2017

Neue Pfändungstabelle für 2017

Die neue Pfändungstabelle wurde im BGBl. veröffentlicht

24.04.2017

Nicht selten sind Hartz IV Bezieher hoh verschuldet. Dann ist es wichtig zu wissen, was gepfändet werden kann und was nicht. Eine Orientierung gibt die neue Pfändungstabelle. Die Freigrenzen erhöhen sich ab dem 1. Juli 2017!

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Demnach erhöhen sich die Pfändungsfreigrenzen nach §850c Absatz 1 und 2 Satz 2 ZPO zum 1. Juli 2017 folgendermaßen:

Bei Alleinstehenden/keine zu berücksichtigenden unterhaltsberechtigte Personen von 1.073,88 auf 1.133,80 Euro monatlich;
bei einer zu berücksichtigenden unterhaltsberechtigten Person von 404,16 auf 426,71 Euro monatlich; bei weiteren unterhaltsberechtigten Personen, je weiterer Unterhaltspflicht von 225,17 auf 237,73 Euro monatlich. Bisher war der 3.292,09 Euro übersteigende Betrag voll pfändbar. Diese Grenze steigt auf 3.475,79 Euro. Die neuen Grenzen müssen ab 1. Juli 2017 auch beim Schutz des Einkommens auf dem P-Konto berücksichtigt werden.

Prof. Dr. Dieter Zimmermann hat einführende Hinweise veröffentlicht. U.a. weist er darauf hin, dass davon auszugehen ist, dass die Kreditinstitute nicht nur den P-Konto-Grundfreibetrag, sondern auch den erhöhten Sockelschutz nach § 850k Abs. 5 ZPO automatisch umstellen werden, so dass es zur Jahresmitte keiner neuen Bescheinigung bedarf. Jedoch muss bei allen individuell bezifferten Freigabebeschlüssen nach § 850k Abs. 4 ZPO (sowie § 850i ZPO) umgehend die Anpassung an die Werte der neuen Pfändungstabelle beantragt werden! Je nach Ausgangsentscheidung sind dafür das Vollstreckungsgericht oder die Vollstreckungsstelle des öffentlichen Gläubigers zuständig. Hier ist die druckbare Tabelle ab 1.7.2017.

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/neue-pfaendungstabelle-fuer-2017.php




Hartz-IV trotz Mindestlohn: Viele in der Falle

Hartz-IV trotz Mindestlohn: Viele in der Falle

Hartz-IV trotz Mindestlohn: Alleinerziehende in der Falle

21.04.2017

Froh ist, wer Arbeit hat? Für Alleinstehende gilt das nicht, zumindest, wenn sie nur den Mindestlohn bekommen. Trotz Vollzeitjob können 9 von 10 dann nicht von ihrer Arbeit leben, sondern müssen mit Hartz-IV aufstocken. Das ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei DIE LINKE. Die Betroffenen könnten vom Mindeslohn weder die Lebenshaltung noch die Wohnkosten decken.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Es geht nicht um den Mallorca-Urlaub
Es geht also nicht um den Mallorca-Urlaub oder das neue Auto, sondern um Steuern,. Abgaben, Freibeträge, um Essen und Trinken, Heizen und Miete. Wer 1444 Euro brutto im Monat hat, dem bleiben noch 339 Euro für Wohnung und Heizung. Dafür bekommt man in Hamburg, München oder Köln kaum ein Abstellzimmer in einer Studenten-WG.

87% der Hartz-IV Bedarfsgemeinschaften von Alleinerziehenden mit einem Kind hätten aber von den Behörden anerkannte höhere Wohnkosten.

Mindestlohn anheben?
Klaus Ernst von der Linken fordert deshalb einen Mindestlohn von zwölf Euro, „um den Niedriglohnsektor in Deutschland einzudämmen, um arbeitende Menschen aus Transferleistungen herauszuholen und ihnen eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu ermöglichen“.

Kaum ein Weg hinaus
Für die Betroffenen gibt es kaum einen Weg aus der Misere. Wer sein Kind allein erzieht und Vollzeit arbeitet, der ist an der Grenze seiner Möglichkeiten. Es geht also nicht darum, sich „einen Job zu besorgen“, denn diese Bedürftigen arbeiten bereits voll. Sie haben keine Möglichkeit, sich mit einem Nebenerwerb „über Wasser zu halten“, denn ihre Zeit ist voll verplant. Sie können auch nicht einfach den Ort wechseln, um eine günstigere Wohnung zu bekommen, denn sie sind durch ihre Arbeit an den Ort gebunden.

Auch Singles betroffen
Nicht nur Alleinerziehende, auch Singles sind betroffen. Selbst, er allein lebt und ohne Kinder, kann mit 368 Euro für Wohnung und Heizung kaum über die Runden kommen. Dies trifft laut Anfrage in Hessen, Berlin und Hamburg ebenso zu wie in 46 weiteren Städten und Kreisen.

Wohnungssuche wird zum Alptraum
Zum Alptraum wird es für Alleinerziehende, die vom Mindestlohn leben, wenn sie eine neue Wohnung suchen müssen. In deutschen Großstädten explodieren die Mietpreise, und dies gilt insbesondere da, wo es noch Jobs gibt.

Keine Home Office für Niedriglöhner
Gerade Jobs im Mindestlohnbereich lassen sich meist nicht von der Home Office erledigen. Aushilfen in der Gastronomie, Lagerarbeiter oder Vertriebsmitarbeiter finden sich zudem kaum in der Uckermark, Dörfern in Sachsen-Anhalt oder dem mittleren Erzgebirge, wo Mieten noch erschwinglich sind.

Wer seine Kinder allein erzieht und zudem vom Mindestlohn lebt, ist also alles andere als örtlich flexibel. Aus dem Dilemma, den Job zu behalten und die Wohnung nicht bezahlen zu können oder den Job zu verlieren und eine günstigere Wohnung zu finden, gibt es also keinen Ausweg.

Ein politisches Problem
Es handelt sich nicht um ein individuelles Problem, sondern um ein politisches. Immer mehr Menschen werden an den Rand gedrängt. Der soziale Wohnungsbau wurde eingestampft, und trotz Mindestlohn können viele Mitbürger von ihrer Arbeit nicht leben.

Sozialer Wohnraum ist gefragt
Die Lösung liegt also klar auf der Hand: Mietpreisbremse, massives Schaffen von bezahlbaren Wohnungen und eine erhebliche Steigerung des Mindestlohns. Von Vollzeitarbeit leben zu können sollte eine Selbstverständlichkeit einer zivilisierten Gesellschaft zu sein. Dass dies nicht möglich ist, gereicht einem der reichsten Länder der Welt zur Schande. (Dr. Utz Anhalt)

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

Quelle: Hartz-IV trotz Mindestlohn: Viele in der Falle




Opening Prayer – Hope for Tomorrow – 18. April 2017, de – en

Opening Prayer – Hope for Tomorrow – 18. April 2017, de – en

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

 

ERÖFFNUNGSVERS     Vgl. Sir 15, 3-4
Gott hat euch getränkt aus den Quellen der Weisheit.
In seiner Gnade werdet ihr stark.
Er wird euch krönen mit ewiger Herrlichkeit. Halleluja.

 

Ehre sei Gott

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott,
du hast dein Volk
durch die österlichen Geheimnisse
befreit und gestärkt.
Bleibe bei uns mit deiner Gnade
und führe uns zur vollkommenen Freiheit,
damit der Osterjubel, der uns heute erfüllt,
sich in der Freude des Himmels vollendet.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen

 

 

 

OPENINGVERS    Vgl.  Sir, 15, 3-4
God has soaked you from the sources of wisdom.
In His grace you will be strong.
He will crown you with eternal glory. Alleluia

 

Glory to God

 

 

OPENING PRAYER
Almighty God,
You have your people
Through the Easter secrets
Freed and strengthened.
Stay with us with your grace
And lead us to perfect freedom,
So that the Easter jubilee, which is fulfilled to us today,
Completed in the joy of heaven.
Therefore, we ask through Jesus Christ. Amen

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

 




Nahles feiert 5 Euro Hartz IV Erhöhung

Nahles feiert 5 Euro Hartz IV Erhöhung

14.04.2017

Laut einer offiziellen Auswertung der Bundesregierung ist das Armutsrisiko in Deutschland stark gestiegen. Brennpunkte sind die neuen Bundesländer, NRW und Bremen. Zudem warf die EU-Kommission der Bundesrepublik vor, zu wenig gegen Ungleichheit und Armut im Land zu unternehmen.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Die Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kündigte an, das jetzt ändern. Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte die Ministerin: „Die unteren 40 Prozent der Beschäftigten haben 2015 real weniger verdient als noch Mitte der 90er Jahre.“ Doch als Nahles in diesem Zusammenhang nach den zu niedrigen Hartz-IV-Regelästzen befragt wird, gerät die Arbeitsministerin ins Stocken. Die Agenda 2010 sei ein richtiger Schritt gewesen. Damals sei es vor allem darum gegangen, rund 5,3 Millionen Menschen in Arbeit zu bringen. Im Hinblick auf Zeitarbeit und Niedriglöhne sagte Frau Nahles, nun müsse es „um Qualität gehen“. Die Regelsätze seien erhöht worden. Um 5 Euro. Nu liegt dieser bei 409 Euro.

Viel zu wenig, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband befindet, da die Teuerungsrate die Anpassungen regelmäßig überhole. Schließlich haben die Menschen faktisch nun weniger in der Tasche, als zuvor. Deshalb fordert der Verband mindestens 520 Euro im Monat, um vor akuter Armut zu schützen. (sb)

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic 

 

 

 




Hartz IV: Mit Zwang in den Freiwilligendienst?

Hartz IV: Mit Zwang in den Freiwilligendienst?

Mehr Hartz-IV-Betroffene im Bundesfreiwilligendienst?

24.03.2017

Unionspolitiker fordern, Hartz-IV-Betroffene an Stelle der Zivildienstleistenden zu setzen. 2012 wurde der Zivilidienst abgeschafft, und der Bundesfreiwilligendienst kann die Lücken im Pflegedienst nicht ersetzen. „Hartz IV-Beziehern sollte zugemutet werden können, auch in Alten-, Pflegeheimen und Krankenhäusern zu arbeiten, um mögliche personelle Engpässe zu überbrücken“, meint der CDU-Politiker Carsten Linnemann. Sein Parteikollege Otto Wulff hält das für eine gute Maßnahme, einem möglichen Pflegenotstand vorzubeugen.

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Zwangsweisen Arbeitsdienst

 

2017 werden mindestens 35.000 Hilfskräfte in Pflege und Betreuung gesucht, außerdem in sozialen Einrichtungen. Das Spektrum reicht von Rettungsdienst über Behindertenbetreuung bis zu Altersheimen und Psychiatrien, Nationalparks und Krankenhäusern, Bildungsinstituten und Integrationsarbeit.

Rechtlich kein Problem?
Der Bundesfreiwilligendienst sieht eine Teilnahme von Hartz-IV-Betroffenen ausdrücklich vor: „Bezieher von ALG 2 (Arbeitslosengeld 2) können am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen, jedenfalls vom Grundsatz her. Der Bezug von Hartz 4 ist somit kein generelles Ausschlusskriterium. Die Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung (ALG-2-V) wurde mit dem Gesetzes zur Einführung eines Bundesfreiwilligendienstes angepasst.“

Die Hartz-IV-Betroffenen, die im BFD arbeiten, dürfen seit dem 1.1.2012 175,00 Euro pro Monat zusätzlich zum ALG II behalten.

Freiwilligendienst?
Der Bundesfreiwilligendienst dient nicht nur der Entlastung von sozialen Einrichtungen, sondern bedeutet für viele Bufdis auch eine Zeit der Orientierung, Bildung und dem Erweitern des Horizontes. Nicht nur Schulabsolventen, sondern auch ältere Menschen, die sich beruflich neu organisieren wollen, sehen in dieser gemeinnützigen Tätigkeit eine Chance. Im BFD enthalten sind kostenfreie Besuche von Seminaren zu diversen Themen in Bereichen wie soziale Arbeit, Katastrophenschutz, Naturschutz oder Rettungsdienst. So weit so gut. Aber: Wieder einmal sollen Hartz IV Bezieher- nun durch die Hintertür- zu zwangsweisen Arbeitsdiensten herangezogen werden. Denn; wer sich weigert, wird mit Sanktionen bestraft.
Wir meinen: Bundesfreiwilligendienst ja, für die, die es freiwillig wollen. Nein, für die, die darin keine berufliche Perspektive sehen! Freiwilligendienste dürfen nicht mit Sanktionen erzwungen werden. Das steht auch konträr zum Konzept des Bundesfreiwilligendienstes.

Das Problem liegt nach wie vor in der mangelnden Freiwilligkeit. Der Zwang für Hartz-IV-Betroffene, im BFD zu arbeiten steht im offenen Widerspruch zu dessen Konzept als ausdrücklich freiwillige Tätigkeit. (Dr. Utz Anhalt, sb)

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

Quelle: Hartz IV: Mit Zwang in den Freiwilligendienst?




Opening Prayer – Hope for Tomorrow – THE FASTENEITY – 23. March 2017, de – en

Opening Prayer – Hope for Tomorrow – THE FASTENEITY – 23. March 2017, de – en

2017 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

 

ERÖFFNUNGSVERS

Das Heil des Volkes bin ich – so spricht der Herr.

In jeder Not, in der sie zu mir rufen, will ich sie erhören.

Ich will ihr Herr sein für alle Zeit.

 

 

TAGESGEBET

Allmächtiger Gott,

gib, dass wir dem Ruf deiner Gnade folgen

und uns mit umso größerem Eifer

auf die Feier der österlichen Geheimnisse vorbereiten,

je näher das Fest der Erlösung herankommt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen

 

 

 

OPENING VERS
The salvation of the people I am, says the Lord.
In every emergency they call to me, I will listen to them.
I will be their Lord forever.

 

 

OPENING PRAYER
Almighty God,
Give us the grace of your grace
And us with all the greater zeal
Prepare for the celebration of the Easter secrets,
The nearer the feast of redemption comes.
Therefore, we ask through Jesus Christ. Amen

 

 

 

2017 Photo / Image  © Pastor Peter Stanic

 

 

 




Nehmen Sie Ihre Medikamente richtig ein?

Nehmen Sie Ihre Medikamente richtig ein?

Kein Kaffee oder Milch mit der Tablette einnehmen, so etwas kann böse Folgen haben!

Medikamente

Nehmen Sie Medikamente richtig ein

Mit einem Glas Wasser können Sie Ihre Tabletten im Sitzen oder stehend einnehmen. Wenn Sie Ihre Tabletten im Liegen einnehmen, dann könnte die Tablette in der Speiseröhre steckenbleiben und so eine Schädigung der Speiseröhre verursachen.

Mit stillem Wasser schließen Sie eine Wechselwirkung aus.

Viele Patienten nehmen ihre Medikamente falsch ein, oder sie unterlassen es, weil die Nebenwirkungen schlimmer sind als die eigentliche Wirkung des Medikaments auf ihre Beschwerden.

Wer Probleme mit den Nebenwirkungen hat, sollte dringend mit seinem Arzt darüber reden. Zusammen werden Sie eine Lösung finden. Wenn Sie mehr als drei Medikamente nehmen, haben Sie seit Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan.

 

Viele ältere Patienten können den Beipackzettel nicht mehr ohne Brille und Lupe lesen, da wäre es wünschenswert, dass sich die  Pharmaindustrie etwas einfallen lässt.

„Mit einer zittrigen Hand und Leselupe kann man keinen Beipackzettel lesen!“

 

 

2017 Text, Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

 




Freie Pille für Hartz IV Bezieherinnen?

Freie Pille für Hartz IV Bezieherinnen?

Hartz-IV-Berechtigte bekommen pro Monat 17,00 Euro für Medikamente. Davon müssen sie auch Verhütungsmittel bezahlen: Spiralen, die Pille oder Kondome. Dafür reichen die Regelsätze in der Regel nicht aus. Bei Pro-Familia ist das Problem hinlänglich bekannt: Betroffene, die sich vor einer Abtreibung beraten lassen, sind überproportional häufig Frauen, die von Hartz-IV leben müssen. Die Hamburger Grünen fordern deshalb, Hartz-IV-Abhängigen die Antibaby-Pille zu bezahlen.

Freie Pille für Hartz IV Bezieherinnen? - 2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

Antibabypille

 

Pille ist teurer als die Mittel für Medikamente
Die Pille allein ist meist wesentlich teurer als die 17,00 Euro, die die Frauen insgesamt für Medikamente haben. Wenn es sowieso an allen Ecken und Ende mangelt, entscheiden sich die Notleidenden oft für die elementarsten Dinge: Essen, Trinken, oder einen Schal für den Winter.

Bei der Verhütung hoffen sie dann, dass alles gut geht: Wer kein Essen hat, hungert immer – Sex ohne Verhütung führt vielleicht zu einer Schwangerschaft, vielleicht aber auch nicht.

Dabei wollen die betroffenen Frauen, laut Pro-Familia verhüten. Sie sind also weder verantwortungslos noch unaufgeklärt.

Kein Geld – ungewollt schwanger
Laut Pro-Familia gehe es bei 5000 Beratungsgesprächen wegen ungewollter Schwangerschaften bei 10 % aller Fälle darum, dass die betroffenen Frauen kein Geld für Verhütungsmittel hätten.

Auch für die Hartz-IV-Abhängigen, die nicht schwanger werden, und sich keine Verhütung leisten können, spielt bei jedem sexuellem Verkehr die Angst mit, schwanger zu werden. Das bedeutet für die Betroffenen enormen Stress.

Zuletzt beschäftigte das Thema Hartz-IV und Abtreibung die Hamburger Bürgerschaft 2011. Damals verkündete der Pressesprecher des CDU-Politikers Wersich: Die Kosten für Verhütungsmittel seien „mit der Regelleistung ebenso pauschaliert abgedeckt wie Ernährung, Körperpflege und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft. Damit besteht größtmögliche Dispositionsfreiheit der Leistungsberechtigten hinsichtlich des Einsatzes der Regelleistung.“ (Dr. Utz Anhalt)

 

 

2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic




Das sind die neuen Hartz IV Regelsätze ab 2017

Das sind die neuen Hartz IV Regelsätze ab 2017

Zum 1.1.2017 werden die Hartz IV Regelsätze leicht angehoben. Damit verändern sich auch die Mehrbedarfe, die wir ebenfalls aufgelistet haben. Die Anpassungen werden von Erwerbslosengruppen und Sozialorganisationen als unureichend betittelt, da sie nicht die aktuelle Wirklichkeit der Preissteigerungen darstellen. Kinder unter 6 Jahren gehen dieses Jahr sogar leer aus!

HARTZ IV MEHRBEDARF - 2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

REGELLEISTUNGEN

 

REGELLEISTUNGEN 2017 IN DER ÜBERSICHT

Alleinstehende und Alleinerziehende Stufe 1 / 100 Prozent / 409 EUR
Partner, wenn beide volljährig sind, jeder Stufe / 2 90 Prozent 368 EUR
Haushaltsangehörige ab 18 Jahre Stufe 3 / 80 Prozent / 327 EUR
Kinder von 14 bis 17 Jahre Stufe 4 / 311 EUR
Kinder von 6 bis 13 Jahre Stufe 5 / 291 EUR
Kinder von 0 bis 5 Jahre Stufe 6 / 237 EUR

Übergangsregelung in § 137b SGB XII (neu) und § 8 [2] RBEG
Aufgrund der Neuermittlung der Hartz IV Regelbedarfe ergäbe sich für Kinder bis 5 Jahre (Stufe 6) ab 2017 nur ein Betrag
von 236 €, also ein niedrigerer Betrag als bisher bewilligt worden ist. Daher enthält § 8 [2] RBEG die Bestandsschutzregelung, wonach der Betrag von 237 € weiter gilt. Diese Regelung gilt laut § 137b SGB solange, bis sich aufgrund der Fortschreibung in den Folgejahren ein höherer Betrag ergibt.

HARTZ IV MEHRBEDARF AB 2017

– Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche 17 % 69,53 €
– Alleinerziehende Variante a) mit 1 Kind unter 7 Jahren oder 2 oder 3 Kindern unter 16 J. 36 % 147,24 €
– Alleinerziehende Variante b) mit mehr als 3 Kindern oder wenn Variante a) nicht zutrifft 12 % je Kind (max. 60 %) je Kind 49,08 € (max. 245,40 €)
– Behinderte Leistungsberechtigte ab 15 Jahre, die Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX / § 54 SGB XII erhalten 35 % 143,15 €
– Nicht‐Erwerbsfähige mit Merkzeichen „G“ im Schwerbehindertenausweis 17 % 69,53 €

MEHRBEDARF FÜR DEZENTRALE WARMWASSERERZEUGUNG

Zu den Mehrbedarfen gehören auch die Sätze für Warmwasser, das seit 2011 als Teil der Wohnkosten gilt. Bei dezentraler Warmwassererzeugung (z.B. über Durchlauferhitzer) gibt es folgenden Mehrbedarf:

– Alleinstehende und Alleinerziehende: 9,41 €
– Partner, wenn beide volljährig sind, jeder 8,46 €
– Haushaltsangehörige ab 18 Jahre 7,52 €
– Kinder von 14 bis 17 Jahre 4,35 €
– Kinder von 6 bis 13 Jahre 3,49 €
– Kinder von 0 bis 5 Jahre 1,89 €

2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic



Gedicht: Teilhabe Weihnachten

Gedicht: Teilhabe Weihnachten

Gedicht: Teilhabe Weihnachten - 2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

Manchmal werden Wünsche wahr!

Weihnachten ist eine Zeit,
für die vom Regelsatz nichts bleibt.
Hier vom Gesetze ausgeschlossen
Arme oft von Scham betroffen,
oder es bleibt für Menschen wie diese,
nur Einsamkeit und eine Krise.

Soziales Umfeld wird oft klein,
für TEILHABE gibt’s dann keinen Schein.
Von wegen weihnachtlich jubilieren,
man muss die Armut geschickt kaschieren.
Von vielen Menschen nicht gesehen
der Ausschluss ist schon längst geschehen,
von Traditionen und Gebräuchen,
gilt‘s nur Soziales vorzutäuschen.

Im Glanz von Festlichkeit und Kerzenschimmer,
ahnt man die Menschen im Schatten nimmer;
Doch schön wär‘s alle wären beteiligt,
wenn unser Brauchtum wird geheiligt!
Vielleicht im nächsten Jahr?

Manchmal werden Wünsche wahr!

(J. El Karbotly 4.Dezember 2016)

 

2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

Quelle: Gedicht: Teilhabe Weihnachten




Bundesregierung fälscht Armutsbericht

Bundesregierung fälscht Armutsbericht

Was sich wie eine Verschwörungstheorie anhört, ist Wirklichkeit: Die Bundesregierung strich, laut der Tageszeitung Neues Deutschland, Passagen, die belegen, dass Reichtum darüber entscheidet, dass jemand Einfluss auf die Politik nimmt bzw. Armut darüber, dass Menschen keinen Einfluss haben.

2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

 

Die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hatte die Untersuchung selbst in Auftrag gegeben, die feststellen sollte, wie politischer Einfluss und Einkommen zusammen hängen. Das Ergebnis war ihr offensichtlich zu kritisch.

Kritische Passagen verheimlicht
Die Süddeutsche Zeitung meldete, dass die Aussagen im Bericht, ob Reiche mehr Einfluss auf politische Entscheidungen haben als Arme nicht veröffentlicht worden seien.

So verschwieg die Bundesregierung zum Beispiel folgenden Satz: „Die Wahrscheinlichkeit für eine Politikveränderung ist wesentlich höher, wenn diese Politikveränderung von einer großen Anzahl von Menschen mit höherem Einkommen unterstützt wird.“

Die unzensierte Version hatte das Bundesarbeitsministerium dem Kanzleramt und Ministerien vorgelegt. Der Politikwissenschaftler Armin Schäfer aus Osnabrück gehörte zu den Forschern, die den Einfluss des Vermögens auf politische Entscheidungen untersuchten.

Demokratie nur für Reiche
Schäfer selbst kam zu kritischen Ergebnissen. So schrieb er: „Personen mit geringerem Einkommen verzichten auf politische Partizipation, weil sie Erfahrungen machen, dass sich die Politik in ihren Entscheidungen weniger an ihnen orientiert.“

Im Klartext heißt das: Wer wenig verdient, resigniert, weil er für die Politik sowieso keine Rolle spielt.

Die Regierung strich auch den Satz: „In Deutschland beteiligten sich Bürger »mit unterschiedlichem Einkommen nicht nur in sehr unterschiedlichem Maß an der Politik, sondern es besteht auch eine klare Schieflage in den politischen Entscheidungen zulasten der Armen.“ Im Klartext: Politik wird für Reiche gemacht und gegen die Armen.

Zensur hat Tradition
Kritische Passagen in Armtsberichten zu streichen hat unter Angela Merkel Tradition. Laut dem Neuen Deutschland strich die Bundesregierung bereits beim letzten Armutsbericht 2013 Passagen, die zum gleichen Ergebnis kamen, nämlich Sätze wie: „Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt.“

Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge, den die LINKE als Bundespräsident vorschlägt, bringt in die Öffentlichkeit, was die Bundesregierung verheimlicht: „Acht Millionen Menschen leben von der Grundsicherung. Ein Armutszeugnis für so ein reiches Land. Die Politik sorgt dafür, dass die Vermögenskonzentration weiter besteht oder sogar zunimmt.“

Hofberichterstattung
Untersuchungen über Ungleichheit in Auftrag zu eben, aber den Menschen das Ergebnis verschweigen, erinnert an Könige, die ihre Agenten los schicken, um zu erfahren, was das Volk denkt – nicht, um die Verhältnisse zu verbessern, sondern um effektiver zu herrschen.

Eine Regierung, die Politik für die Reichen macht und mit Hartz-IV Krieg gegen die Armen führt, hat kein Interesse die Folgen dieser Politik in die Öffentlichkeit zu bringen. (Dr. Utz Anhalt)

 

 

2016 Foto und Bilder © Pastor Peter Stanic

Quelle: Bundesregierung fälscht Armutsbericht